Gemeinsame Einsatzübung bei Starkregen und Dunkelheit - Details
Datum: 11.05.2026
Ort: alter Steinbruch Richtung Klement
Highlights

Am Montagabend, dem 11. Mai, fand unsere monatliche Übung gemeinsam mit dem Roten Kreuz Bezirk Korneuburg statt. Übungsannahme war ein Mountainbikeunfall im unwegsamen Gelände im Bereich des alten Steinbruches Richtung Klement.

Aufgrund eines aufziehenden Gewitters kamen zwei Mountainbiker unabhängig voneinander zu Sturz. Einer der beiden zog sich schwere Kopf- und Rückenverletzungen zu und blieb bewusstlos im Gelände liegen. Der zweite Radfahrer erlitt einen offenen Unterschenkelbruch und konnte sich noch in eine kleine Höhle retten, um dort Schutz vor dem Gewitter zu suchen.

Die Alarmierung erfolgte über die Notfallfunktion eines Mountainbike-Navis, das nach dem Sturz automatisch einen Alarm auslöste. Nachdem eine Angehörige keinen telefonischen Kontakt zu den beiden herstellen konnte, wurde die Rettungskette in Gang gesetzt. Das Rote Kreuz Ernstbrunn sowie wir wurden gleichzeitig zu den übermittelten Koordinaten alarmiert.

Passend zur Übungsannahme zog während der Übung tatsächlich ein schweres Gewitter auf. Nach wochenlanger Trockenheit setzte genau während der Übung starker Regen ein und sorgte zusätzlich für erschwerte Bedingungen im Gelände.

Am Einsatzort trafen wir nahezu zeitgleich mit dem Rettungsdienst ein. Da die genaue Position der beiden Verunfallten zunächst unklar war, wurde durch den Einsatzleiter eine kurze Lagebesprechung durchgeführt. Anschließend begannen alle Einsatzkräfte mit der Suche im Gelände. Dabei unterstützten wir auch die Rettungskräfte beim Transport der Ausrüstung.

Kurze Zeit später konnte die erste verletzte Person gefunden werden. Sofort wurde von uns mit der Betreuung begonnen, bis die Rettungskräfte zur medizinischen Versorgung eintrafen.

Im Zuge der weiteren Suche wurde schließlich auch ein weiteres Mountainbike im Gelände entdeckt. Nach mehreren Zurufen war aus einer kleinen Höhle ein Hilferuf zu hören. Auch die zweite verletzte Person konnte rasch lokalisiert und erstversorgt werden.

Im weiteren Verlauf lag der Schwerpunkt auf der Versorgung der Verletzten, der Vorbereitung des sicheren Abtransportes sowie der Ausleuchtung des Geländes aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse und der einbrechenden Dunkelheit. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rotem Kreuz funktionierte dabei hervorragend. Trotz des Übungscharakters arbeiteten alle Beteiligten hochkonzentriert und mit großer Professionalität zusammen.

Nachdem die bewusstlose Person transportfähig gemacht worden war, konnte diese mittels Spineboard zu einem Rettungstransportwagen gebracht werden.

Die Rettung der zweiten Person gestaltete sich deutlich schwieriger. Noch in der Höhle musste zunächst eine Schmerztherapie durchgeführt werden, um einen sicheren Transport zu ermöglichen. Anschließend wurde die verletzte Person auf einem Spineboard gelagert, in eine Korbschleiftrage umgebettet und mit einer Vakuummatratze fixiert.

Durch den immer stärker werdenden Regen wurde das Gelände zunehmend rutschiger und gefährlicher. Um die Korbschleiftrage sicher über einen Hang abzulassen, kamen zusätzlich Leinen zum Einsatz. Nach einem längeren Transport durch das schwierige Gelände konnte schließlich auch der zweite Mountainbiker sicher gerettet werden.

Nach dem Übungsende wurden sämtliche Geräte versorgt und die Nachbesprechung in der Fahrzeughalle durchgeführt. Trotz der anstrengenden Bedingungen fiel das Feedback sowohl von unserer Seite als auch seitens des Rettungsdienstes sehr positiv aus. Besonders hervorgehoben wurde die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte.

Ein großes Dankeschön gilt dem Roten Kreuz Bezirk Korneuburg, das mit zwei Fahrzeugen und fünf Mitgliedern an der Übung teilgenommen hat.
Ein herzlicher Dank gilt auch unseren beiden Kameraden aus dem Reservestand, die sich als Unfallopfer für die Übung zur Verfügung gestellt haben.