Am Montagabend, dem 7. September, fand nach der Sommer-Übungspause unsere erste Gemeinschaftsübung statt. Als Übungsort stand uns diesmal wieder das Kalkwerk Ernstbrunn zur Verfügung.
Einmal im Jahr haben wir das Privileg, dort eine Übung abhalten zu dürfen. Egal ob Brand- oder technischer Einsatz, die Möglichkeiten auf dem weitläufigen Betriebsgelände und in den verschiedenen Anlagen sind sehr vielseitig und bieten uns immer wieder besondere und realitätsnahe Übungsszenarien.
Die Übungsannahme lautete, dass sich ein Mitarbeiter bei Arbeiten im Bereich des Brechers schwere Verletzungen zugezogen hatte und nicht mehr ansprechbar war. Ein Arbeitskollege bemerkte den Unfall und setzte daraufhin die Rettungskette in Gang.
Bereits beim Einfahrtstor wurden wir von dem alarmierenden Mitarbeiter empfangen und zum Unfallort gelotst. Dort angekommen, übermittelte er unserem Einsatzleiter wichtige Informationen über den freigeschalteten Zustand der Anlage sowie den genauen Aufenthaltsort des Verunfallten.
Daraufhin machte sich der Einsatzleiter gemeinsam mit den beiden Gruppenkommandanten des HLFA3 und RLFA-2000 auf den Weg in das Innere des Brechergebäudes, um die Lage zu erkunden. Die verunglückte Person war bereits von oben zu sehen. Sie lag auf den Förderrollen unmittelbar vor der Brecheröffnung. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten war die Unfallstelle jedoch nur sehr schwer zu erreichen.
Nach der Erkundung entschieden die drei Führungskräfte gemeinsam, drei Kameraden zur Rettung über den sogenannten Bunker in Richtung Brecher zu schicken. Gesichert und mit Hilfe einer Schiebeleiter gelangten sie in die riesige Öffnung, in die normalerweise übergroße Muldenkipper ihre tonnenschwere Ladung schütten. Vorbei an den schweren Rückhalteketten erreichten die drei Helfer schließlich die verunfallte Person.
Von der Innenseite des Gebäudes hatten weitere Einsatzkräfte bereits Spineboard und Korbschleiftrage in Stellung gebracht, um die Rettung schnellstmöglich und gleichzeitig unter größtmöglichem Eigenschutz durchführen zu können.
Als erste Variante wurde die Person über den Bunker gerettet. Dazu mussten die schweren Rückhalteketten mit Seilen zurückgezogen werden. Anschließend konnte die verunfallte Person mit der Korbschleiftrage aus dem Gefahrenbereich gebracht und über die Leiter zum angenommenen Rettungsdienst transportiert werden.
Da uns die Mitarbeiter des Kalkwerks erklärten, dass der Bunker im Normalbetrieb zum Großteil mit Material gefüllt ist, wäre dieser Zugang und somit auch dieser Rettungsweg im Ernstfall nicht immer möglich. Aus diesem Grund wurden anschließend im Inneren des Brechergebäudes noch weitere Möglichkeiten zur Rettung einer Person mit der Korbschleiftrage ausprobiert und beübt.
Nach gut eineinhalb Stunden war das Übungsziel erreicht. Nachdem unsere Gerätschaften und auch wir selbst vom gröbsten Kalkstaub befreit waren, ging es zurück in unsere Feuerwehrzentrale, wo die Übung noch gemeinsam nachbesprochen wurde.
Wir bedanken uns bei der Firma Profibaustoffe Austria GmbH für die Möglichkeit, auch heuer wieder eine Übung im Kalkwerk Ernstbrunn durchführen zu dürfen. Ebenso ein großes Dankeschön an unsere Übungsausarbeiter für die gelungene, interessante und durchaus anstrengende Übung.