Am Freitag, dem 14. August, brach im Föhrenwald in der Gemeinde St. Egyden am Steinfeld im Bezirk Neunkirchen erneut ein verheerender Waldbrand aus.
Da sich das Feuer mit hoher Geschwindigkeit ausbreitete und auch eine nahegelegene Siedlung bedrohte, wurde umgehend die höchste Alarmstufe ausgelöst. Rund 90 Freiwillige Feuerwehren aus mehreren Bezirken standen im Einsatz. Aufgrund der unmittelbaren Bedrohung musste die angrenzende Wohnsiedlung evakuiert werden. Gleichzeitig errichteten mehrere KHD-Züge eine sogenannte Riegelstellung, um eine weitere Ausbreitung des Brandes in Richtung der Siedlung zu verhindern.
Zur Unterstützung der eingesetzten Feuerwehren wurde auch der Sonderdienst Waldbrand mit den Zügen Ost und Süd alarmiert.
Innerhalb kürzester Zeit machten sich vier Mitglieder unserer Waldbrandgruppe mit unserem Waldbrandfahrzeug auf den Weg in Richtung Neunkirchen. Der Zug Ost sammelte sich an einem vordefinierten Treffpunkt und verlegte anschließend geschlossen in das Einsatzgebiet.
Nach unserer Ankunft wurde uns umgehend ein Einsatzbereich zugeteilt. Unsere Aufgabe bestand darin, eine weitere Brandausbreitung zu verhindern, bestehende Brandherde zu bekämpfen und Glutnester aufzuspüren und abzulöschen.
Kurz vor 20:00 Uhr gab es für unsere Mannschaft die erste Pause. Gleichzeitig informierten uns unsere Zugskommandanten über die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen. Bis etwa 22:00 Uhr bestand die Aufgabe der eingesetzten Waldbrandspezialisten weiterhin darin, Brandstellen und Glutnester im weitläufigen Einsatzgebiet zu bekämpfen.
Anschließend konnten die HLF2-WB mit ihren Besatzungen aus dem Einsatz herausgelöst werden und die Heimreise antreten. Für die Mannschaften der Waldbrand-Pickups ging der Einsatz hingegen die gesamte Nacht weiter.
Unsere Aufgabe bestand nun darin, gemeinsam mit den verbliebenen Kräften die Brandwache zu übernehmen. Während der gesamten Nacht wurden immer wieder kleinere Brandstellen und Glutnester aufgespürt und abgelöscht, um ein erneutes Aufflammen und eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Erst kurz vor 06:00 Uhr am Samstagmorgen war unser Auftrag erfüllt. Nach einer ganzen Nacht im Einsatz konnten wir unsere Abmarschbereitschaft herstellen und erschöpft die Heimreise antreten.
Gerade bei Einsätzen wie diesem wird uns wieder bewusst, warum wir nach einer Alarmierung innerhalb weniger Minuten alles stehen und liegen lassen. Wenn Menschen vor der Gefahr stehen, ihr Zuhause und damit möglicherweise ihr gesamtes Hab und Gut zu verlieren, ist es für uns selbstverständlich, zu helfen. Dafür werden Privates und Familie für viele Stunden hinten angereiht.
Der Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehrfamilie ist dabei unbeschreiblich stark. Nur wenn alle an einem Strang ziehen und sich aufeinander verlassen können, sind Großeinsätze wie dieser zu bewältigen.
Nach einer kurzen Nachtruhe wartete schließlich noch die Reinigung des eingesetzten Fahrzeuges und der Ausrüstung, damit unsere Waldbrandgruppe für die nächste Alarmierung wieder vollständig einsatzbereit ist.